Rund um Heilbronn ist künstliche Intelligenz in den letzten Jahren vom Zukunftsthema zum Standortthema geworden. Für viele mittelständische Betriebe in der Region bleibt trotzdem eine nüchterne Frage: Was davon lässt sich im eigenen Werk, in der eigenen Fertigung heute schon umsetzen? Die Antwort liegt oft näher, als man denkt – in den Daten, die vernetzte Geräte und Maschinen ohnehin schon liefern.
Die Daten sind meist schon da
In der Industrie 4.0 sind Maschinen, Sensoren und Geräte vernetzt. Sie melden Temperaturen, Spannungen, Laufzeiten, Stückzahlen und Zustände – oft im Sekundentakt. Viele Unternehmen sammeln diese Messdaten bereits, nutzen sie aber kaum: Sie landen in einer Datenbank oder einem Protokoll und werden erst angesehen, wenn etwas schiefgegangen ist.
Genau hier setzt KI an. Sie kann in großen Mengen von Messdaten Muster erkennen, die einem Menschen entgehen, und daraus Vorhersagen ableiten.
Drei Einsätze, die sich bewährt haben
1. Auffälligkeiten früh erkennen. Eine KI lernt, wie der Normalbetrieb aussieht, und meldet, wenn Messwerte davon abweichen – lange bevor eine feste Grenze überschritten ist. So lassen sich Störungen erkennen, solange noch Zeit zum Handeln bleibt.
2. Vorhersagen treffen. Aus dem Verlauf der Messdaten lässt sich abschätzen, wie es weitergeht: Wann braucht ein Gerät Wartung? Wann wird eine Grenze voraussichtlich erreicht? Wie entwickelt sich eine Größe in den nächsten Stunden?
3. Daten verständlich machen. Nicht jede Auswertung braucht ein Dashboard mit hundert Kurven. KI kann große Datenmengen zusammenfassen und die wenigen Punkte hervorheben, die wirklich Aufmerksamkeit brauchen.
Ein Beispiel aus dem Großraum Heilbronn
Ein Unternehmen der Elektrotechnik im Großraum Heilbronn erfasst laufend große Mengen an Live-Messdaten aus vernetzten Geräten. Im Umsetzungsteam hat beyond-c daran mitgearbeitet, diese Daten zu sammeln, auszuwerten und daraus spezielle Vorhersagen zu gewinnen. Das Projekt zeigt, worauf es in der Praxis ankommt: Bevor die KI etwas vorhersagen kann, müssen die Daten verlässlich, vollständig und schnell genug an einer Stelle ankommen.
Worauf es beim Start ankommt
- Mit einer klaren Frage beginnen. „Wir wollen KI nutzen” ist kein Projekt. „Wir wollen Ausfälle an Anlage X einen Tag früher erkennen” ist eines.
- Die Datenbasis prüfen. Wie oft wird gemessen, wie lange wird gespeichert, fehlen Werte? Die ehrliche Antwort darauf entscheidet mehr über den Erfolg als die Wahl des KI-Verfahrens.
- Klein anfangen, dann ausweiten. Ein Gerät, eine Anlage, eine Vorhersage. Was sich dort bewährt, lässt sich auf weitere Geräte und Standorte übertragen.
- Die Menschen mitnehmen. Eine Vorhersage nützt nur, wenn jemand sie versteht und ihr vertraut. Kurze Schulungen für die Beteiligten gehören deshalb dazu.
Fazit
KI in der Industrie 4.0 braucht kein Großprojekt. Wer bereits Messdaten erfasst, hat den schwierigsten Teil oft schon erledigt. Der nächste Schritt ist, aus diesen Daten gezielt Vorhersagen und Entscheidungen zu machen.
Wie ich Unternehmen in der Region dabei begleite, finden Sie unter KI in Heilbronn und KI in Neckarsulm. Mehr zur Automatisierung mit KI steht unter Automatisierung & KI-Prozesse.